Offener und konstruktiver Austausch über die Zukunft der Verwaltungsgemeinschaft Schöneck/Mühlental
Die Zukunft der seit 1998 bestehenden Verwaltungsgemeinschaft Schöneck/Mühlental stand im Mittelpunkt eines gemeinsamen Gesprächs zwischen Vertretern des Gemeinderates Mühlental, den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates Schöneck sowie den Bürgermeistern Heiko Spranger und Andy Anders.
Anlass waren die jüngsten Diskussionen im Gemeinderat Mühlental über die bestehende Zusammenarbeit und deren zukünftige Ausrichtung. In einer offenen und konstruktiven Atmosphäre wurden aktuelle Herausforderungen angesprochen, gegenseitige Erwartungen formuliert und gemeinsame Ziele diskutiert.
Mehr Transparenz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Ein zentrales Anliegen der Vertreter aus Mühlental war der Wunsch nach mehr Transparenz, insbesondere bei den Verwaltungskosten und der Verwendung von Haushaltsmitteln. Auch eine frühzeitigere Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Fördervorhaben sowie ein intensiverer Informationsaustausch wurden angesprochen.
Besonders im Mittelpunkt stand die Verwaltungskostenpauschale, welche die Gemeinde Mühlental für die Leistungen der Stadtverwaltung Schöneck entrichtet.
Hierzu wurde nochmals verdeutlicht, dass bei Weitem nicht alle rechtlich möglichen und tatsächlich entstehenden Verwaltungskosten auf die Gemeinde Mühlental umgelegt werden. Die Stadt Schöneck trägt somit weiterhin einen Teil dieser Aufwendungen selbst.
Gleichzeitig wurde erläutert, dass die gestiegenen Verwaltungskosten keineswegs auf willkürliche Entscheidungen der Stadtverwaltung zurückzuführen sind. Diese ergeben sich insbesondere aus tariflichen Anpassungen bei den Personalkosten, notwendigen Investitionen in EDV, Digitalisierung und IT-Sicherheit sowie gestiegenen Betriebs- und Sachkosten.
Die Kostenentwicklung ist damit maßgeblich von äußeren Rahmenbedingungen geprägt, auf die die Stadtverwaltung nur begrenzten Einfluss hat. Umso wichtiger ist es, die Berechnungsgrundlagen nachvollziehbar darzustellen und gegenseitiges Verständnis zu schaffen.
Bürgermeister Andy Anders betonte, dass die Gemeinde Mühlental mit ihren zehn Ortsteilen ein gleichberechtigter Partner der Verwaltungsgemeinschaft sei. Unterschiedliche historische Entwicklungen, geografische Gegebenheiten und kommunale Strukturen müssten dabei berücksichtigt werden.
Verwaltungsarbeit wird zunehmend anspruchsvoller
Ein weiteres intensiv diskutiertes Thema waren die stetig wachsenden Anforderungen an die kommunalen Verwaltungen. Dabei wurde deutlich, dass auch Bürgermeister Anders sowie die Verantwortlichen aus Kämmerei und Hauptamt die zunehmende Bürokratie und immer komplexere Verwaltungsabläufe kritisch sehen.
Für viele Bürgerinnen und Bürger ist oftmals nur schwer nachvollziehbar, welche Herausforderungen eine Stadtverwaltung täglich bewältigen muss. Hinter vermeintlich einfachen Entscheidungen stehen häufig umfangreiche gesetzliche Prüfungen, Abstimmungen und Dokumentationspflichten.
Ständig neue oder veränderte Gesetze und Verordnungen von Bund und Land, zusätzliche Aufgaben durch politische Entscheidungen, komplizierte Förderverfahren, steigende Anforderungen an Digitalisierung, Datenschutz und Vergaberecht sowie begrenzte Personalressourcen stellen die Kommunen täglich vor neue Herausforderungen.
Hinzu kommen steigende Personalkosten durch tarifliche Entwicklungen, der Fachkräftemangel und die Schwierigkeit, immer komplexere Aufgaben mit dem vorhandenen Personal zuverlässig zu erfüllen.
Dabei ist wichtig zu verstehen: Viele dieser Anforderungen werden nicht von der Stadtverwaltung selbst geschaffen, sondern müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben umgesetzt werden. Die Kommunen sind häufig die letzte Ebene, auf der Entscheidungen von Bund und Land praktisch umgesetzt werden müssen – nicht selten ohne eine entsprechende zusätzliche finanzielle oder personelle Ausstattung.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten täglich viel, was nach außen oftmals gar nicht sichtbar ist. Die Aufgaben werden immer umfangreicher, die gesetzlichen Anforderungen komplizierter und die personellen Spielräume enger. Auch wir wünschen uns weniger Bürokratie und schnellere Entscheidungen. Doch bei vielen Vorgaben sind uns vor Ort schlichtweg die Hände gebunden“, verdeutlichte Bürgermeister Anders.
Gemeinsame Potenziale besser nutzen
Neben den Verwaltungsaufgaben wurden zahlreiche Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit besprochen. Dazu gehören die frühzeitige Abstimmung von Förderprojekten, regelmäßige Gespräche, eine stärkere Beteiligung des Gemeinderates an der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aktualisierung der Homepage der Gemeinde Mühlental.
Auch die Besonderheiten und die Geschichte der zehn Ortsteile sollen künftig stärker herausgearbeitet und öffentlich dargestellt werden. Das Amtsblatt, die meinOrt-App und gegebenenfalls eigene Social-Media-Angebote bieten hierfür gute Möglichkeiten.
Ein besonderer Dank galt den Vereinen und dem Kindergarten, die die meinOrt-App bereits hervorragend nutzen. Darüber hinaus soll auch das Zusammenwirken der Vereine, beispielsweise bei Veranstaltungen, Jubiläen und gemeinsamen Aktivitäten, weiter gestärkt werden.
Positiver Ausblick und gemeinsames Verständnis
Das Gespräch zeigte, wie wichtig ein direkter und offener Austausch für das gegenseitige Verständnis ist. Unterschiedliche Erwartungen konnten angesprochen und zahlreiche Anregungen für die zukünftige Zusammenarbeit gesammelt werden.
„Wir haben heute offen miteinander gesprochen, zugehört und wichtige Themen auf den Tisch gebracht. Nicht jede Herausforderung lässt sich sofort lösen, aber vieles können wir durch bessere Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und gemeinsames Handeln positiv beeinflussen“, so Bürgermeister Anders.
Die Beteiligten wollen den Dialog fortsetzen und die angesprochenen Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit weiterverfolgen.
Das gemeinsame Ziel bleibt eine leistungsfähige, transparente und bürgernahe Verwaltung, die trotz wachsender Herausforderungen die positive Entwicklung von Schöneck und Mühlental gleichermaßen unterstützt.
03.11.2026
